Achtsamkeit im Coaching – Verhaltensmuster bewusster machen

Das Motiv der Achtsamkeit ist ein Thema, das zu Recht zusehends seine Kreise zieht und zunehmend Interesse weckt. Dabei geht es um eine bewusste, ungeteilt aufmerksame, akzeptierende Grundhaltung gegenüber allen Bewusstseinsinhalten – allein im gegenwärtigen Moment. Gefühle, Gedanken, Empfindungen und Impulse werden mit einer nicht-wertenden, annehmenden Haltung beobachtet, ohne auf sie gleich zu reagieren oder sie sofort verändern zu wollen. Der Fokus der Aufmerksamkeit ist nicht gezielt und eingeengt, sondern vielmehr offen und weit gestellt.

Auch im Coaching ist die Achtsamkeit ein zentrales Element. Damit Veränderungen sich tatsächlich verankern können, ist die Wahrnehmung von Emotionen ein wichtiger Aspekt. Denkprozesse werden in Beziehung zu gleichzeitig ablaufenden Empfindungen gesetzt. Nach der systemtheoretischen Sichtweise ist Kommunikation kreisförmig – ohne Anfang und Ende. Eine Reaktion und ihr nachfolgendes Ereignis sind nicht voneinander zu trennen. Eine Abfolge von Verhaltensweisen nach Ursache und Wirkung, Herausforderung und Herausgefordertsein "interpunktieren" zu wollen, ist aus diesem Verständnis heraus willkürlich. Es ist wie die Frage, ob Henne oder Ei zuerst da gewesen sei.

Bei Sujets, die mit Selbststeuerung und persönlicher Wirkung zu tun haben, kann Coaching wesentlich substanzieller und wirksamer werden, wenn Emotionen und Körpersignale einbezogen werden. Dies gilt besonders für die Arbeit mit gewohnheitsmäßigen Verhaltensmustern, z. B. individuellen Stressmustern. Eine Sensibilisierung für die eigenen Stressfallen ermöglicht eine erfolgreiche Gegensteuerung. Wenn Denken und Empfinden sich kohärent verbinden, finden sie einen stärkeren Resonanzboden: präsenter, authentischer und stressfreier.

Über den Weg der Achtsamkeit und Selbsterkenntnis können sich nachhaltigere Lösungen für persönliche Fragen und effektivere Handlungsalternativen eröffnen, als mit rationalem Denken alleine. Wichtige Zusammenhänge lassen sich leichter klären und verstehen, wenn sie körperlich-emotional erlebt und erst später mental verarbeitet werden.

Mein Coaching-Ziel ist es hier, sich über konkrete Methoden und Übungen individueller Muster bewusster werden zu können. Coachees bekommen kognitive Strategien an die Hand, die auch im Alltag umsetzbar sind.

Alles ist euer Leben.
Tag und Nacht,
was immer euch begegnet, ist euer Leben;
daher sollt ihr euer Leben der Situation anpassen,
die euch im Augenblick begegnet.
Verwendet eure Lebenskraft dazu,
aus den Umständen, die auf euch zukommen,
eine Einheit mit eurem Leben zu gestalten
und die Dinge an ihren richtigen Platz zu setzen.

Dogen Zenji (1200-1253), japanischer Zen-Meister